Mit Prothesen die Kontrolle zurückgewinnen

Der Verlust einer Gliedmaße durch einen Unfall oder eine Krankheit ist immer schwierig; alltägliche Aktivitäten werden ohne die Hilfe anderer schwierig oder unmöglich. Sehr oft fühlen sich Patientinnen und Patienten schuldig oder schämen sich, andere um Hilfe zu bitten, weil sie denken, sie seien eine Belastung für ihre Angehörigen. Mit Rehabilitation und der Anpassung einer Prothese können sie jedoch die Kontrolle über ihr Leben und ihre Unabhängigkeit wiedererlangen.
Verändertes Körperbild
Einen Teil des eigenen Körpers zu verlieren, ist etwas, das die meisten Menschen nicht vollständig verbergen können, auch wenn der Wunsch groß ist, in der Öffentlichkeit unauffällig zu sein. Viele Menschen versuchen, mit bestimmter Kleidung in der Menge unterzugehen und ihren Stumpf zu verbergen. Leider kann die Veränderung des Körperbildes manche Betroffene negativ beeinflussen, wenn Fremde starren oder Kommentare machen.
Glücklicherweise können sich einige Amputierte für Prothesen entscheiden, um in der Öffentlichkeit mehr Selbstvertrauen zu gewinnen und unerwünschte Aufmerksamkeit anderer zu vermeiden. Auch wenn bionische Hände anthropomorph nicht wie andere Hände aussehen, kann die gewonnene Funktion die Nutzerinnen und Nutzer positiv beeinflussen, sodass sie nach und nach alltägliche Aufgaben wieder ohne zusätzliche Hilfe ausführen können.
Psychische Gesundheit
Vor und nach der Amputation können Patientinnen und Patienten Angstzustände oder sogar Depressionen erleben, weil sie wissen, dass sie die Gliedmaße verlieren werden. Ein weiteres Problem, insbesondere bei Menschen, die ihre Gliedmaße durch Unfälle verloren haben, ist PTBS. Betroffene können mit Flashbacks, Panikattacken oder sogar Schlaflosigkeit zu kämpfen haben. Nicht nur die Patientinnen und Patienten, sondern auch ihre Familie und Freunde können aufgrund des Gliedmaßenverlusts Angstzustände oder Depressionen entwickeln.
Es ist wichtig, dass Patientinnen und Patienten während des Rehabilitationsprozesses über ihre Gefühle sprechen; sie müssen darin bestärkt werden, dass ihre Emotionen berechtigt sind, und bei Bedarf Beratung in Anspruch nehmen. Auch Familienmitglieder und Freundinnen und Freunde sollten ihre Gefühle ausdrücken und ebenfalls psychologische Unterstützung suchen. Neben der Teilnahme an der Rehabilitation und der Unterstützung durch die Familie können Amputierte an Gruppentreffen mit anderen Amputierten teilnehmen, damit sie ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln.
Rehabilitation
Rehabilitation ist ein Schlüssel im Prozess, Trauer zu bewältigen und die Kontrolle über das eigene Leben zurückzugewinnen. Ein neues Leben zu führen und zu lernen, wie man alltägliche Aufgaben ohne eine Gliedmaße ausführt, kann schwierig sein, und Amputierte können sich angesichts der neuen Hindernisse hilflos fühlen. Während des Rehabilitationsprozesses machen Patientinnen und Patienten Übungen, um ihre Muskeln zu stärken und sich auf eine Prothese vorzubereiten. Nach einer Gliedmaßenamputation können Patientinnen und Patienten Phantomschmerzen erleben, die durch Graded Motor Imagery gelindert werden können. Dies ist eine nicht-invasive Behandlung, die aus drei Phasen besteht: Laterality Reconstruction, Motor Imagery und Mirror Therapy.
Sie kann nicht nur Schmerzen verringern, sondern auch die Muskelkontrolle verbessern, und es wird empfohlen, eine erfahrene Therapeutin oder einen erfahrenen Therapeuten zu konsultieren, die bzw. der die Patientinnen und Patienten durch die Techniken dieser Behandlung führt. Nicht jede Patientin und nicht jeder Patient braucht oder möchte eine Prothese, aber der Besitz einer solchen kann therapeutisch sein und bei der Ausführung alltäglicher Aufgaben helfen. Besonders eine myoelektrische Prothese ermöglicht es den Patientinnen und Patienten dank verschiedener Griffmuster, einfache und komplexere Aufgaben auszuführen.
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